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Massiv Bioholz

Vor dem Kauf von Massivholzmöbeln

Massivholzmöbel unterscheiden sich von industriellen Möbeln aus Spanplatten in einem entscheidenden Punkt: sie bestehen aus einem Naturmaterial, das dauerhaft auf seine Umgebung reagiert. Daraus ergeben sich große Vorzüge, zugleich aber einige Eigenschaften, die man vorher kennen sollte. Wir erläutern sie hier offen und ausführlich, weil ein zufriedener Kunde für uns derjenige ist, der weiß, was er kauft.

Alles, was nachfolgend beschrieben ist, sind natürliche Eigenschaften von Massivholz und keine Produktfehler. Genau deshalb nennen wir sie bereits vor dem Kauf und nicht erst in der Antwort auf eine Reklamation.

1. Jedes Stück ist anders

Jeder Baum wächst anders. Farbe, Breite und Verlauf der Jahrringe, Äste, Kern- und Splintanteil sowie die Struktur unterscheiden sich. Das Foto auf der Website zeigt daher ein Beispiel des Möbelstücks. Ihr Tisch oder Ihr Bett kann einen etwas anderen Farbton oder eine andere Zeichnung haben.

Bei der Fertigung sortieren wir die Elemente so, dass benachbarte Teile farblich und strukturell zusammenpassen; vollständige Gleichheit ist bei Naturholz nicht erreichbar. Das ist kein Mangel, sondern eines der Grundmerkmale von Massivholz.

Wenn Ihnen eine möglichst einheitliche Färbung besonders wichtig ist, teilen Sie uns das bei der Bestellung mit. Wir wählen dann eine ruhigere Sortierung, was bei Linde und Erle leichter zu erreichen ist als bei Nussbaum.

2. Äste

Äste sind eingewachsene Reste von Zweigen. Sie sind ein normaler und unvermeidlicher Bestandteil des Holzes und kein Mangel. Ein gesunder, festverwachsener Ast schwächt das Holz nicht in einem für Möbel relevanten Maß.

Manche Kunden wünschen ein möglichst klares und gleichmäßiges Holz, andere schätzen ausgeprägte Äste und ein rustikaleres Bild. Deshalb verwenden wir bei manchen Möbeln eine ruhigere Sortierung, während bei anderen Äste und Strukturunterschiede bewusst sichtbar bleiben. Linde weist unter unseren Holzarten in der Regel die wenigsten ausgeprägten Äste auf, Eiche und Lärche die meisten.

Ausgefallene oder gerissene Äste, welche die Festigkeit oder die Nutzbarkeit beeinträchtigen würden, entfernen oder sanieren wir. Feine Risse in und um Äste sind bei Massivholz üblich.

3. Das Arbeiten des Holzes

Häufig hört man, Holz arbeitet. Dahinter steht ein gut untersuchter physikalischer Vorgang: Holz ist hygroskopisch, es tauscht also so lange Feuchtigkeit mit der Luft aus, bis ein Gleichgewicht erreicht ist. Sinkt die relative Luftfeuchte, gibt das Holz Feuchtigkeit ab und schwindet. Steigt sie, nimmt es Feuchtigkeit auf und quillt.

Diese Maßänderung ist ausgeprägt richtungsabhängig. In Faserrichtung ist sie vernachlässigbar, quer dazu jedoch messbar. Zur Orientierung: bei Eiche verändert sich die Breite in tangentialer Richtung um etwa 0,3 bis 0,4 % je Prozent Änderung der Holzfeuchte.

Ein praktisches Beispiel. In einer beheizten Wohnung fällt die relative Luftfeuchte mitten im Winter häufig auf 30 %, was etwa 6 bis 7 % Holzfeuchte entspricht. Im Sommer steigt sie auf 60 % und mehr, was etwa 11 bis 12 % entspricht. Ein Unterschied von fünf Prozent Holzfeuchte bedeutet bei einer 90 cm breiten Tischplatte aus Eiche eine Breitenänderung von rund 5 bis 10 mm zwischen Winter und Sommer. Das ist kein Mangel und lässt sich nicht verhindern. Vorhersehen und konstruktiv berücksichtigen lässt es sich sehr wohl.

In unserer Werkstatt tragen wir dem auf mehreren Wegen Rechnung: wir trocknen das Holz in der Kammer auf 8 bis 10 % Holzfeuchte, was den Bedingungen eines beheizten Wohnraums entspricht; Tischplatten befestigen wir mit Langlöchern oder Metallverbindern, die eine Bewegung zulassen, niemals starr; Stirnleisten führen wir so aus, dass die Platte darunter arbeiten kann; bei Betten sind Längsholme und Querträger mit Exzentern verbunden, die sich nach einigen Jahren nachziehen lassen.

4. Feine Risse

Kleine Veränderungen und feine Risse können bei Massivholz auftreten, vor allem bei großen oder schnellen Feuchte- und Temperaturwechseln im Raum. Am häufigsten entstehen sie an den Hirnenden, also an den abgeschnittenen Enden der Bretter, weil das Holz dort Feuchtigkeit deutlich schneller abgibt als über die Fläche.

Ein Riss, der auftritt und sich bei steigender Feuchte wieder teilweise schließt, ist eine normale Reaktion des Materials. Stabilisiert sich das Raumklima, beruhigt sich auch das Holz. Risse, welche die Festigkeit der Konstruktion beeinträchtigen, sind bei richtig dimensionierten und richtig aufgestellten Möbeln selten; treten sie auf, behandeln wir sie als Mangel und beheben ihn.

Wir empfehlen deshalb, Möbel nicht unmittelbar neben einer starken Wärmequelle aufzustellen, etwa direkt an Heizkörper, Kamin oder Ofen, und im Raum für eine geeignete Luftfeuchte zu sorgen.

5. Luftfeuchte im Raum

Das ist der wichtigste Punkt, den Sie selbst beeinflussen können. Empfohlen ist eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 % bei 18 bis 24 Grad Celsius. Dieser Bereich gilt zugleich als günstig für Wohnkomfort und Gesundheit.

  • Ein einfaches Hygrometer kostet wenig und zeigt Ihnen, wo Sie stehen. Wir empfehlen es jedem, der Massivholzmöbel in die Wohnung holt.
  • Im Winter, wenn die Heizung die Luft austrocknet, hilft ein Luftbefeuchter oder ein Wasserbehälter an der Wärmequelle.
  • Im Sommer und in Neubauten mit zu hoher Feuchte hilft regelmäßiges Lüften, bei Bedarf ein Entfeuchter.
  • Vermeiden Sie einen Aufstellort näher als einen Meter zum Heizkörper oder einer anderen Wärmequelle sowie ganztägige direkte Sonneneinstrahlung.

Bei Fußbodenheizung sind Massivholzmöbel uneingeschränkt verwendbar, es lohnt sich jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit: die Bodentemperatur ist gleichmäßig höher, weshalb die unteren Bauteile stärker austrocknen als die oberen. Wir empfehlen eine ruhige Fahrweise der Heizung ohne große Temperatursprünge und die Kontrolle der Luftfeuchte mit einem Hygrometer.

6. Kratzer und Gebrauchsspuren

Auch ein Eichentisch kann zerkratzen. Eiche ist ein hartes Holz, aber nicht unzerstörbar. Jede Fläche, die täglich benutzt wird, nimmt mit der Zeit Spuren an. Der entscheidende Vorteil von Massivholz liegt darin, dass sich viele Schäden später beheben lassen: die Oberfläche wird abgeschliffen und neu geschützt. Genau deshalb lassen sich gut gefertigte Massivholzmöbel sehr lange nutzen.

Praktische Hinweise: verwenden Sie Untersetzer für heiße Gefäße, wischen Sie Flüssigkeiten sofort auf (insbesondere Rotwein, Öl, Fruchtsaft und Alkohol), schneiden Sie nicht direkt auf der Platte und ziehen Sie keine schweren Gegenstände über die Fläche.

7. Oberflächen: Öl oder Lack

Die Art der Oberfläche beeinflusst Aussehen, Haptik und Pflege erheblich.

OberflächeAussehen und HaptikBeständigkeitReparatur
Naturöl oder HartwachsölMatt, das Holz bleibt spürbar und offenporig, die Farbe natürlichGut gegen mechanische Beanspruchung, empfindlich gegen dauerhafte NässeSehr einfach: punktuell anschleifen und nachölen, ohne sichtbaren Übergang
WeißölErhält den hellen Ton des Holzes und verhindert das NachgilbenWie NaturölWie Naturöl
MattlackGeschlossene Oberfläche, glatte Haptik, das Holz dunkelt etwas nachSehr gut gegen Feuchtigkeit und FleckenAufwendiger: in der Regel muss die ganze Fläche geschliffen und neu lackiert werden
UnbehandeltVollkommen naturbelassenes Holz mit charakteristischem DuftAm geringsten, empfindlich gegen FleckenEinfaches Anschleifen

Für Tische in Haushalten mit kleinen Kindern empfehlen wir häufig Lack oder ein hochwertiges Hartwachsöl. Für Betten und Schlafzimmer dagegen Öl, weil es die natürliche Haptik und den Duft des Holzes erhält und sich jederzeit punktuell erneuern lässt.

8. Lieferung, Akklimatisierung und Montage

Wir liefern die Möbel geschützt und stellen sie nach Vereinbarung im Raum auf. Da sich Holz während des Transports und in einem anderen Raumklima anpasst, empfehlen wir:

  • das Möbelstück sollte vor der Montage mindestens 24 bis 48 Stunden in dem Raum stehen, in dem es genutzt wird, damit es sich akklimatisieren kann;
  • entfernen Sie die Verpackung, damit das Holz atmen kann, und stellen Sie das Möbel nicht direkt an eine Außenwand oder Wärmequelle;
  • in Neubauten, in denen Estrich und Putz noch feucht sind, warten Sie, bis der Raum ausgetrocknet ist; die Luftfeuchte liegt dort oft über 70 %;
  • ziehen Sie bei der Montage alle Schrauben und Exzenter gut an und prüfen Sie sie nach einigen Monaten Nutzung noch einmal nach.

Für unsere Betten stehen ausführliche Anleitungen mit allen Maßen bereit: Montageanleitung DOLLY und Montageanleitung LOMA. Dort finden Sie auch die Angabe, auf welcher Höhe die Matratze aufliegt und wie tief die Einlegetiefe ist.

9. Pflege und Wartung

  • Täglich. Mit einem leicht feuchten weichen Tuch abwischen, anschließend trocken nachwischen. Keine aggressiven Reiniger, kein Alkohol, kein Aceton, keine Scheuerschwämme und keine Dampfreiniger.
  • Geölte Oberflächen. Im ersten Jahr empfehlen wir eine Auffrischung nach etwa sechs Monaten, danach in der Regel einmal jährlich beziehungsweise nach Bedarf. Bei stark genutzten Tischplatten häufiger.
  • Lackierte Oberflächen. Eine regelmäßige Pflege ist nicht erforderlich, Reinigung genügt. Schäden im Lack sollten zeitnah behoben werden, damit keine Feuchtigkeit unter den Film gelangt.
  • Kleine Kratzer. Auf geölten Oberflächen genügt meist ein leichtes Anschleifen mit sehr feinem Schleifpapier (P320 oder feiner) in Faserrichtung und ein Ölauftrag.
  • Dellen durch Stöße. Bei geöltem, unlackiertem Holz lassen sie sich oft teilweise anheben: ein feuchtes Tuch auflegen und vorsichtig mit dem Bügeleisen erwärmen, damit die Fasern aufquellen.

10. Was ein Mangel ist und was nicht

Damit keine Missverständnisse entstehen, führen wir nachfolgend übersichtlich auf, was bei Massivholz als natürliche Eigenschaft gilt und was wir als Mangel behandeln und beheben.

ErscheinungNatürliche EigenschaftMangel
Farb- und Strukturunterschiede zwischen ElementenJaNein
Sichtbare gesunde ÄsteJaNein
Allmähliche Farbveränderung durch LichtJaNein
Feine Risse an Hirnenden und in ÄstenJaNein
Saisonale Breitenänderung einer PlatteJaNein
Harztropfen bei Lärche, Zirbe oder NadelholzJaNein
Durchgehender Riss in einem tragenden BauteilNeinJa
Verwerfung, die die normale Nutzung verhindertNeinJa
Aufgegangene oder sich lösende LeimfugeNeinJa
Maßabweichung außerhalb der zulässigen ToleranzenNeinJa
Unvollständige oder beschädigte OberflächenbehandlungNeinJa
Mängel, die aus unserer Fertigung stammen, beheben wir. Voraussetzung ist, dass das Möbelstück entsprechend den obigen Empfehlungen genutzt wird, insbesondere hinsichtlich Raumfeuchte und Abstand zur Wärmequelle. Die Einzelheiten regeln unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

11. Kurze Checkliste vor dem Kauf

  1. Messen Sie den Raum aus und prüfen Sie die Zugangswege, vor allem Türbreiten und Treppenhaus.
  2. Wählen Sie die Holzart nach Nutzung und gewünschtem Erscheinungsbild; der Holzartenführer hilft dabei.
  3. Entscheiden Sie sich für eine Oberfläche, passend zu Nutzung und Pflegebereitschaft.
  4. Bestellen Sie Holz- und Oberflächenmuster, wenn Ihnen die Farbe wichtig ist.
  5. Prüfen Sie die Luftfeuchte in Ihrem Raum mit einem Hygrometer.
  6. Planen Sie den Aufstellort abseits von Heizkörper und direkter Sonne.
  7. Kalkulieren Sie die Fertigungszeit ein; Maßanfertigungen entstehen in unserer Werkstatt und liegen nicht auf Lager.

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Sehen Sie im Bereich Häufige Fragen nach oder rufen Sie uns einfach an. Die Beratung vor dem Kauf ist bei uns kostenlos und unverbindlich.

Massiv Bioholz · Gefertigt in unserer eigenen Tischlerei, aus Liebe zum Holz.

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Wir verwenden ausschließlich Massivholz höchster Qualität.

Handarbeit

Jedes Stück fertigen wir von Hand mit Liebe zum Holz.

Eigene Fertigung

Jedes Möbelstück entsteht in unserer eigenen Tischlerei – keine Handelsware.